Mittschlingen hat ein geschäftliches Interesse daran, mit allen Gruppierungen der Fenn auszukommen. Die Bewohner Mittschlingens halten sich generell aus politischen Angelegenheiten heraus und verhalten sich neutral. Andererseits möchte es niemand riskieren, es sich mit den Mittschlingern zu verderben, denn die nächste Wende kommt bestimmt und jeder Fenn hat ein dringliches Bedürfnis nach den wärmenden Kohlen aus den unzähligen Köhlereien der Region.

Mittschlingen

Landschaft und Architektur

Anders als in den anderen Regionen des Fennreichs ist Mittschlingen sehr hügelig. Wie eine Schlaufe erhebt sich die Landschaft am Ufer der Eimh zu einem anspruchsvollen Gelände. Selbst von den Hainen der Rohsteige ist die einzige richtige Stadt der Region, namentlich Weiler, nur an den Rauchschwaden der Köhlereien zu erkennen. Wer die anstrengende Tour auf sich nimmt, wird mit einem wundervollen Ausblick ins Tal, und somit auf Weiler, belohnt. Durch den Schutz der Berge und der guten Infrastruktur sind die kalten Ostwinde und heißen Westwindphasen hier am erträglichsten. Rund um die Stadt Weiler, die nach Kuer und Ehrfels übrigens die drittgrößte des gesamten Reichs darstellt, zeigt die Kohleproduktion der Region ihr Ausmaß. Nicht ein Baum ist nahe der geschäftigen Handwerkerstadt zu erkennen. Das Abholzen der Wälder hat sich in den Süden von Mittschlingen und an die Osterufer der Eimh im Westen verlagert. Aus Eimhlingen kommen aber unzählige Lieferung an gefällten Stämmen und auch am Wald des Verlassenen Landes bedient man sich. So entstanden viele Ackerflächen und Viehzüchter siedelten sich ebenfalls zu Hauf an. Kleine Camps und reisende Zeltplätze zeichnen das Bild, je weiter man von Weiler weg durch die Region zieht. Diese behelfsmäßigen und flexiblen Lager suchen nach allem was verwertbar ist. Aus Rotbach und Schupplauf wird ebenfalls viel Material importiert, das hier weiterverarbeitet und veredelt wird. Weiler selbst ist rußbedeckt und die schwarzen Dächer sind das Markenzeichen, wie auch die vielen Rauchschwaden, die je nach Wind über weite Teile des Reichs ziehen. „Weiler riecht man erst, bevor man es sieht“, flachsen die Einheimischen. Die Häuser inmitten der Stadt sind sehr robust gebaut und es wurde wenig auf äußere Schönheit geachtet. An den Rändern der stetig wachsenden Stadt finden sich eher triste und dreckige Ansammlungen von Bracken und Bretterbuden. Die Wege sind verschmutzt und nicht wirklich angelegt. Das Zentrum Weilers ist das Gasthaus „Zum brennenden Meiler“, von dem aus 6 Straßen in alle Himmelsrichtungen aus der Stadt führen. Weiler ist vergleichsweise eben und in einem größeren Tal erbaut. Die östliche Straße führt steil hinab Richtung Kuer, während die westlichen nach geraumer Zeit großes Gefälle nach oben aufweisen.

Bevölkerung und Kultur

Mittschlingens Wahrzeichen sind Hämmer, Holz, Eisen und Rauch. Also alles, was rund um die Stadt Weiler – dem Herzstück der fenn’schen Handwerkskunst – zu finden ist. Die vielen Köhlereien, Sägewerke, Schmieden und Produktionen für Lebensmittel erzeugen in der ganzen Stadt die unterschiedlichsten Geräuschkulissen. Von den ganzen Baracken der Gesellen bis hin zu den Gasthäusern und Wirtschaften von Weiler, in denen es sich die fleißigen Fenn nach getaner Arbeit entspannen, zeichnen sich riesige Lager für allerhand Ressourcen die Szenerie. Laute Rufe, ruppige Ansagen und klare, aber ehrliche Worte findet man hier. Auch viele freie Händler aus den Landen der Menschen bereisen die Stadt und liefern allerhand Waren in den Betrieben und Lagern ab, nachdem sie den beschwerlichen Aufstieg hoch in die Handwerkssiedlung geschafft haben. Daher sind die Fenn hier doch sehr gastfreundlich und hilfsbereit aber auch rau im Umgang und wirken auf Fremde recht harsch, wenn sie sich untereinander unterhalten. Allgemein ist hier alles Spitz auf Knopf genäht. Zeit ist nie genug vorhanden, die Aufträge hätten schon vor der letzten Dunklung fertig sein müssen und der Likör könnte auch schneller nachgeschenkt werden. Die neuen Lehrlinge taugen noch weniger, als die der letzten Wende und die Westwindphase wird kälter und kälter. Was als Missmut rüberkommt, ist im Prinzip lediglich der schweren Last geschuldet, der wirtschaftlich wichtigster Faktor im Reich zu sein. Ohne die hergestellten Materialien für Gebäudebau und Waffen sowie den hier produzierten Nahrungsmittel und den wichtigen Kohlen für die kalten Zeiten, würde das Reich alt aussehen. Trotz nur einer Stadt und vieler kleiner wandernder Lager in der Region ist Mittschlingen dicht bevölkert und wächst auch noch. Denn immer mehr Handwerksgesellen aus dem restlichen Reich zieht es nach Weiler, um dort zu helfen, die Versorgung der umliegenden Region sicherzustellen. Das bewahrt die anderen, ressourcenhungrigen Städte zum einen vor Versorgungsengpässen und schafft zum anderen in ohnehin überfüllten Städten wie Kuer etwas freien Wohnraum.

Politik und Militär

Im Vergleich zur Rohsteige, wo es nur Milizen gibt, oder dem Gauland, das ein stehende Heer unterhält, hat die Region Mittschlingen in Weiler einige Stadtwachen und Soldaten, die für einen reibungslosen Ablauf des Warentransports und des Handels sorgen. Die Garnison ist auf einige Baracken verteilt und umfasst gut 250 Kämpfer, die mit Lanzen und Speeren ausgestattet sind. Dazu kommen natürlich noch zahlreiche Jäger, die mit ihren Distanzwaffen wilde Tiere in Schach halte, sowie die Muskelprotze aus den vielen handwerklichen Betrieben. Da Mittschlingen sehr weitläufig ist, werden auf die verschiedenen Wege auch häufig bewaffnete Begleiter mitgeschickt. In der warmen Ostwindphase ist kaum ein Karren alleine unterwegs, was sich witterungsbedingt im Westwind ändert.

Politisch gesehen verhält man sich im Reich der Fenn neutral. Als die Kammer für alles Handwerk kann und will man es sich auch nicht leisten, andere Regionen zu verärgern. Außerdem bedingt die geographische Lage, dass man ohnehin viele Werte und Einflüsse der Nachbarn teilt. Also konzentriert man sich in Mittschlingen auf das handwerkliche Geschickt, ermöglicht Handel und schickt Güter von West nach Ost und Nord nach Süd. Das einzige, durchaus ambitionierte, Ziel ist es, allen Regionen des Reichs sowie der eigenen, wachsenden Bevölkerung alle Güter und Ressourcen für die nächste Wende bereits zu stellen. Das ist auch schon alles, was man als erstrebenswert erachtet. Jede Stadt ist auf Weiler und Mittschlingen angewiesen und alleine schon dadurch schlägt den fleißigen Fenn hier nur Wertschätzung entgegen. Immerhin hat man sich ja das harte aber erfüllende Leben hier so ausgesucht.

Das Wappen der Rohsteige lässt sich auf verschiedenste Weise deuten. Zum einen stellt es einen brennenden Meiler dar – und symbolisiert somit die charakteristischen Köhlereien. Andererseits steht es für die Mitte des Reichs und die vielen Wege in die anderen Orte, die ohne die selbstbewussten Fenn aus Weiler nicht über die Runden kommen würden. Außerdem ähnelt das Wappen sehr einem Wagenrad und ist daher auch ein Symbol für den Handel, der in Weiler stetig stattfindet.

Bekannte Persönlichkeiten

Neben Unso, dem trinkfreudigen alten Weisen aus Weiler, sind die Schankmaid Bichi aus dem brennenden Meiler und Xandar Halbseite, der menschliche Schmiedemeister die wichtigsten Persönlichkeiten. Sie stehen allesamt für Humor, harte Arbeit und Pflichtbewusstsein und haben sich trotz Alternativen für das ruppige Mittschlingen aus vollem Herzen entschieden.

Teilen: