Penjafrüchte sind eines der wichtigsten Erzeugnisse der Fenn, manche sagen sogar, es sei das Wichtigste. Neben der üblichen Landwirtschaft, wie zum Beispiel dem Anbau von Getreide, hat die Arbeit auf den Anhöhen der Penjahaine daher einen besonders hohen Stellenwert. Durch die Verwertung der Penjas entstehen außerdem unzählige Nebenprodukte, und somit eine Vielzahl an Aufgaben, die von den Fenn sorgfältig erledigt werden. Der ausschließlich im Westen Isdraias ansässige Sonnensegler spielt beim Penjaanbau eine erhebliche Rolle. Diese Tiere sind ein fester Bestandteil des Ökosystems im Fennreich, da sie zwangsläufig für die Bestäubung der Penjas benötigt werden.
Die Produktion von Penjas ist allerdings ziemlich aufwendig. Die künstlich angelegten Haine aus Penjabäumen übersäen die westlichen Hänge regelrecht und warten nur darauf, von den wenigen, gefangenen Sonnenseglern bestäubt zu werden. Wie genau diese Bestäubung funktioniert, ist bisher ungeklärt. Jedoch wird vermutet, dass die Sonnensegler sich von einem Teil der Blüten ernähren und dadurch ein bisher unbekannter Austausch oder Prozess stattfindet.
Da dies auf dem natürlichen Weg sehr viel Zeit in Anspruch nahm, begannen die Fenn in einer frühen Form der Domestizierung Sonnensegler zu züchten. Dies misslang jedoch, da sich die Segler in Gefangenschaft nicht paarten und augenscheinlich auch nicht in der Lage waren, die Bestäubung vorzunehmen, weshalb man sie auch wieder freiließ, sobald sie ihre Arbeit einstellten. Fortan wurden die Sonnensegler aufwändig gefangen, um sie unter speziell dafür errichteten Zelten die Bäume bestäuben zu lassen. So wurde vermieden, dass besonders die älteren, sehr effizienten Sonnensegler wahllos in der Landschaft herumflogen.
Aufgrund der Tatsache, dass die Sonnensegler ihre Arbeit nun auf konzentriertem Raum ausübten, erzeugten sie einen erhöhten Ertrag von über 50%. Nach der Bestäubung der Blüten wurden die Zelte abgebaut und für weitere Bestäubungen genutzt, damit die immerwährende Sonne ohne Pause ihr Werk verrichten konnte.
Inmitten der Haine haben die Fenn außerdem kleine Wasserläufe angelegt, um die Bäume mit dem stets vorhandenen Wasser aus den Gletschern des Weltensteigs zu versorgen. Da die Fenn den Anbau der Penjas über viele Wenden perfektioniert haben, sind sie für ihre Erzeugnisse weit über ihre Landesgrenzen bekannt.

Aus den Penjas wurden unzählige Produkte gewonnen, wie zum Beispiel:

Penja als Obst
Die Penja ist eine ovale, faustgroße, violette Frucht mit einem süßlichen, lieblichen Geschmack. Sie ist in jedem Obstkorb der Fenn zu finden.

Penjaöl
Wird aus den Kernen gepresst, gefiltert und anschließend in Flaschen abgefüllt und zum Verfeinern von Speisen verwendet. Der überbleibende Trester wird nach dem Aufmischen an Hühner verfüttert.

Penjaschnaps
Die Früchte werden zunächst sorgfältig gewaschen, in kleine Würfel geschnitten und zu einem Mus verarbeitet. Das hergestellte Mus wird anschließend zur Gärung in Fässern abgefüllt.
Während der Gärung wird der in den Penjas eingelagerten Zucker ihn Alkohol umgewandelt. Je höher der Zuckergehalt der geernteten Früchte ist, desto höher wird der Alkoholgehalt nach Abschluss der Gärung. Das Endprodukt ist eine Masse, die als Maische bezeichnet wird. Diese wird anschließend erhitzt und dann gebrannt. Dabei trennen sich die einzelnen Inhaltsstoffe sowie der Alkohol nacheinander aus der Masse und können aufgefangen werden.

Penjalikör
Die Herstellung des Likörs ist ein gut gehütetes Geheimnis. Es ist jedoch bekannt, dass die Fenn Penjaschnaps, Milch, Sahne und Gewürze in einem besonderen Verhältnis mischen, um diese Köstlichkeit herzustellen.

Penja als Farbstoff
Die Farbe befindet sich in der Schale der Frucht. Zum Extrahieren wird die Schale im Wasser aufgekocht und für eine Dunklung stehen gelassen. Danach wird dieser Sud durch langsames erhitzen konzentriert. Das Farbextrakt wird zum Schluss dann in kleine Flaschen abgefüllt

Penjas (eingekocht, eingelegt), Marmelade etc.
Penjas werden geschält und entkernt. Anschließend wird das Fruchtfleisch fein gehackt und unter ständigem Rühren aufgekocht, bevor man sie für längere Zeit bei mittlerer Hitze einkocht und dann gut einlagert.

 

Anmerkung: Das Titelbild wurde dankenswerterweise von meiner lieben Tochter Juna (8) beigesteuert.

Über den Autor

Rouven würde sich selbst nie als Autor bezeichnen, wohlgleich er großer Fan schöner Fantasy-Geschichten ist und sich gelegentlich auch zu einer eigenen Kurzgeschichte hinreißen lässt. Rouven ist bei Beyond Worlds sowas wie der Bewahrer der Fakten. Er dokumentiert Dystopia in allein Einzelheiten in unserem internen Wiki.

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