“Ein überaus ekliger Geschmack von brennendem Holz und sengender Hitze legte sich auf Heggits Zunge. Ferne Schreie und das Knistern lodernder Flammen drangen an sein Ohr. Verwundert öffnete er die Augen und fand sich auf einer Anhöhe wieder. Vor seiner Nase tänzelten graue Flocken durch die Luft und legten sich nach und nach auf seine goldene Rüstung, wo sie zerfielen, als seien sie aus Staub. […] Er richtete den Blick nach oben. Unheilvolle, schwarze Wolken verhängten den gesamten Himmel und erstickten jegliches Sonnenlicht. Jemand stieß ihm an die Schulter. Erschrocken drehte er sich um und bemerkte einen Soldaten, der ihm eine Standarte entgegenstreckte. Heggit drehte den Kopf noch etwas weiter. Es war nicht nur dieser eine Soldat, es waren tausende, die sich hinter ihm versammelt hatten. Sie füllten die gesamte Anhöhe und waren je nach Division unterschiedlich gerüstet und bewaffnet. Verschiedene Farben und Banner rundeten die Vielfalt ab. Er stand an vorderster Front und alle Blicke waren auf ihn gerichtet. Doch noch etwas erregte Heggits Aufmerksamkeit. Hinter den Kriegerscharen, nur ein paar hundert Schritte entfernt, lag eine große Stadt. Ihm bot sich ein grauenvolles Bild. Die ganze Stadt brannte lichterloh. Gebäude stürzten unter der Hitze förmlich in sich zusammen und tosende Flammen wirbelten wie kleine Feuerteufel durch die Straßen. Leichen hingen an Seilen von einem Torbogen hinunter und wurden in Windeseile von den züngelnden Flammen verzehrt. Gelegentlich wehten schreckliche Schreie aus der Stadt hinüber, die ihm bis ins Mark fuhren. Wieder berührte etwas seine Schulter. Es war noch immer der Soldat, der nun mit der Standarte auf eine Stelle vor ihnen zeigte und sie ihm dann wieder griffbereit hinhielt. Heggit sah, auf was der Soldat gezeigt hatte, und traute seinen Augen nicht.”

Dies ist ein Ausschnitt aus unserem Buch „Daemonion“. Die Textpassage beschreibt Heggits Traum, der ihn plötzlich und unerwartet in den Rauchschwaden der Kohlenmeiler Weilers ereilt. Das, was Heggit dort sieht, ist ziemlich bildgewaltig und nur schwer darzustellen. Doch wer wären wir, wenn wir es nicht zumindest versuchen würden. Doch eins nach dem anderen.

Die Entstehungsgeschichte eines Bildes

Die Idee zu dem Bild entstand vor einigen Monaten bei der Kommunikation mit einem unserer Förderer. Dieser Förderer, Holger, verfolgte die Geschichte Dystopias schon länger, kannte das Buch und alle anderen öffentlichen Inhalte. Beim Austausch darüber boten wir Holger dann an, bei einer der nächsten Illustrationen mitzuwirken. Das ließ sich Holger natürlich nicht zweimal sagen. Er schlug uns postwendend drei verschiedene Motive aus dem Buch vor, die er gern illustriert sähe. Wir einigten uns auf Heggits Traum in Weiler. Nun galt es, den richtigen Illustrator bzw. die richtige Illustratorin dafür zu finden. Von Nozomi wussten wir, dass sie zum einen sehr exakt die Kundenwünsche umsetzt, und zum anderen auch schon einige Bilder mit vielen Soldaten gezeichnet hatte. Also fragten wir sie an. Doch Nozomi war leider – wie üblich – ausgebucht, was Holger und uns fast 2 Monate Geduld abverlangte, ehe es an die Arbeit gehen konnte.

Knapp sieben Wochen später ging es endlich los. Da das Bild so groß und komplex werden würde, begannen wir die Arbeit etappenweise und parallelisieren die Schritte mit Nozomi. Nachdem wir uns auf einen groben Bildaufbau geeinigt hatten, begann Nozomi erste Thumbs mit Konzepten zu erstellen. Wir planten währenddessen die Architektur und den Aufbau der Stadt im Hintergrund. Viele Ideen wurden ausgetauscht und ein erstes einstündiges Telefonat wurde mit Holger geführt. Währenddessen bescherte Nozomi uns bereits die ersten Grobkonzepte:

Wir waren uns schnell einig, dass A der richtige Bildaufbau sei. Allerdings hätten wir gern noch etwas mehr Platz im Bild für Stadt und Soldaten. Daher baten wir Nozomi, uns eine etwas größere Version zu machen, was prompt erledigt wurde:

Wir hatten uns derweil auf den Hintergrund und einige Details zu den beiden Personen im Vordergrund verständigt und übersendeten Nozomi alle Informationen mit der Bitte um eine erste Skizze. Nozomi machte sich also ans Werk, während wir wieder mit Holger telefonierten und die Details der Soldaten abstimmten. Rüstungen wurden geschmiedet, Speere geschärft und Banner genäht. Doch Nozomi hatte uns schon wieder überholt und lieferte die versprochene Skizze, die für die Soldaten noch Platzhalter enthielt:

An der Skizze gefiel uns vieles schon richtig gut. Die Stadt passte perfekt und auch die Szene im Vordergrund zeigte gut, was Heggit in seinem Traum mit der angebotenen Standarte macht. Wir übergaben also die Informationen zu den Rüstungen und anderen Details. Holger ließ es sich dabei nicht nehmen, dem Standartenträger (rechter Mann im Vordergrund) das Gesicht seines besten Freundes zu verpassen, um dem Bild ein kleines Easter-Egg zu verpassen. Außerdem baten wir Nozomi, noch ein Gebäude in der Stadt einstürzen zu lassen sowie etwas Unordnung in die Reihen der Kämpfer zu bringen. Schließlich befanden sich diese Männer in einer Umgebung, die selbst die hartgesottenen und kampferfahrenen Soldaten nicht kaltlassen konnte. Am Tag drauf bekamen wir bereits das Update:

Zum Vergrößern anklicken

Wir waren ziemlich baff. Das war schon sehr nah an dem, was Holger und wir uns vorgestellt hatten. Wir gaben also weitere Hinweise zu Farben, Licht, Effekten (wie die Funken in der Luft) sowie zur Stimmung, die wir gern ausgedrückt hätten. Für Nozomi begann nun der arbeitsreiche Teil. Es dauerte einige Tage, bis die nächsten Updates kamen, die aber nur noch etwas Feinabstimmung brauchten. Kleine Details wurden angepasst, ein paar neue Elemente hinzugefügt (z. B. die glühenden Steine im Vordergrund). Doch dann war es vollbracht. Das fertige Bild wurde übergeben und versetzte nicht nur Holger in helle Begeisterung. Auch im Team waren alle Feuer und Flamme. Doch genug Wortspiele, hier das fertige Bild (für große Ansicht anklicken):

“Das letzte Gefecht” von Nozomi Matsuoka, Copyright Beyond Worlds GmbH

Natürlich haben wir dieses Meisterwerk von Nozomi auch nochmal animiert:

Wir hoffen, euch gefällt das Bild. Wer mehr über die Hintergründe dieser abgebildeten Szene erfahren möchte, dem sei unser Buch ans Herz gelegt.

Wir danken Holger herzlich für sein Engagement und seine Unterstützung bei der Ausarbeitung dieses Bildes. Holger hat uns mit viel Liebe zum Details geholfen, dieses komplexe Werk illustrieren zu lassen. Ebenfalls danken wir natürlich Nozomi, die wie schon die letzten Male mit viel Fleiß, Eifer, Kunstfertigkeit und Perfektionismus wieder alles gegeben hat, um alle unsere Wünsche zu erfüllen! Es hat gute Gründe, warum sie ständig ausgebucht ist.

Über die Künstlerin

Nozomi Matsuoka ist eine 23-jährige Künstlerin aus Japan. Sie ist der jüngste Spross einer großen, zwölfköpfigen Familie, in der fast jeder auf die eine oder andere Weise künstlerisch aktiv ist. Nozomi hat sich ihre Fähigkeiten dennoch größtenteils selbst beigebracht, sei es durch Online-Tutorials, Bücher oder mit YouTube. Seit mittlerweile fast vier Jahren arbeitet sie als Fantasy-Illustratorin und hat sich auf die Erstellung von Figuren spezialisiert. Abseits von Kunst interessiert sich Nozomi noch für Computerspiele und Fantasy-Geschichten.

Nozomis Social Media Profile

https://twitter.com/Nozomi_Mats
https://www.deviantart.com/nozomi-m
https://www.instagram.com/nozomi.arts/

Über den Autor

Felix ist eigentlich irgendwie überall involviert. Er arbeitet an den Büchern und am Spiel mit, aber schreibt auch gern Kurzgeschichten, Lieder und Gedichte. Außerdem liebt er Kunst – und bedauert es zutiefst, nicht malen zu können. Erdentage seien laut Felix leider viel zu kurz, um alles Erlebenswerte erleben zu können.

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